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Warum der Google Absturz von Qype “halb so wild” ist

Heute habe ich von einem Internet-Unternehmer gehört, dass Qype so richtig abgestürzt sei – und zwar ‘um 90%’ bei Google. Das hört sich dann sehr dramatisch an und so, als ob das ganze Unternehmen dahin sei. Das glaube ich nicht – der Absturz ist langfristig sicher nicht gut, aber die kurzfristigen Effekte – vor allem auf den Umsatz – werden sich denke ich in Grenzen halten.

Warum? Der Umsatz von Qype hängt weniger mit dem konkreten Traffic auf der Seite als viel mehr mit der Reputation und dem Standing als Marktführer zusammen. Letztlich verdient Qype Geld, indem Callcenter Agents Premiumeinträge bei Qype an kleine Unternehmen verkaufen. Das Verkaufsteam hat dabei einen bestimmten “Pitch”, und konkreter Traffic ist dabei nur EIN Argument. Meines Wissens hängen die Zahlungen bei Qype nicht von Traffic-Garantien ab. Der Kunde kauft zu einem großen Teil Vertrauen und ein gutes Gefühl. Durch so eine negative Presse wie die im Zusammenhang mit der SEO-Delistung leidet diese Reputation natürlich – aber man sollte die Transparenz des Marktes hier nicht überschätzen. Wir “Internet-Johnnies” kriegen ein solches Ereignis natürlich sofort mit und es ist uns sehr präsent. Sicher fragen auch viele Kunden bei Qype danach – aber nur ein kleiner Teil der Gesamtkunden. Und auch nur ein sehr kleiner Teil der potentiellen Kunden wird es überhaupt mitgekriegt haben – schliesslich ist es ja keine Bild- oder Handelsblatt-Headline.

Die ganze Episode zeigt aber mal wieder, wie abhängig wir alle von Google sind – nicht nur SEO, sondern auch noch SEM. Gerade in Deutschland, wo Google quasi eine Monopolstellung hat. Selbst, wenn keine konkreten Gefahren eintreten, wird es in Exit-Prozess hier immer Diskussionen geben. Die besten Start Ups machen sich hier möglichst unabhängig, indem sie andere Kanäle forcieren. Oder indem SEO Power zumindest verteilt ist – über mehrere Domains, Unterfirmen oder auch im Geschäftsmodell inhärent (z.B. www.Netzathleten.de mit dem Vermarktungsnetzwerk welches auf vielen Domains beruht).

Groupon schluckt Citydeal – warum das Konzept in Europa doch erfolgreich ist ;)

Vor einigen Monaten habe ich in diesem Blog geschrieben “Warum ich nicht an Groupon in Deutschland glaube”.

Nun wurde vor einigen Tagen vermeldet, dass Groupon Citydeal erworben hat – wie passt das zusammen? Meine Leser fordern bereits Erklärung. Habe ich mich etwa getäuscht? Natürlich nicht!

In meinem Text schreibe ich unter anderem sinngemäß “Wenn es ein sehr gutes Team macht, wird es erfolgreich sein” – nun, die Samwers sind offenbar ein sehr gutes Team! :)

Aber einen Faktor habe ich zugegebener Maßen unterschätzt. Ich denke zwar nach wie vor, dass das Modell für Deutschland/ EU schlechter geeignet ist als für die USA. Schlechter geeignet heisst aber zum einen nicht ‘gar nicht geeignet’ und zum anderen habe ich folgendes wichtiges Detail übersehen: Nicht eingelöste Coupons! Darüber skaliert das Modell und sie bringen den entsprechenden Cash. Einfaches Beispiel: es werden für sagen wir mal 25 EUR Restaurantgutscheine verkauft, für die man dann im Wert von 50 EUR essen kann. Angenommen, es werden 200 Gutscheine verkauft – macht einen Umsatz von 5000 EUR. Der Clou: nur ca. die Hälfte dieser Gutscheine werden überhaupt jemals eingelöst! 2500 EUR wandern also sofort in die Tasche von Citydeal – von den restlichen 2500 EUR die eingelöst werden, dann auch noch mal 10 oder 20%. Aber das ist fast schon Kosmetik, der Kicker sind nicht eingelöste Gutscheine.

Somit hat man ziemlich gute Deckungsbeiträge, verdient entsprechend viel pro Kunde und kann sich entsprechend hohe Kundenaquisitionskosten leisten. Cash Flow Struktur auch sehr interessant – der Gutscheinanbieter kriegt seine Kohle schnell. Und ebenso schnell ist dann die magische Formel erfüllt – “Customer LIfetime Value > Customer Acquisition Costs” und nun heisst es munter drauflos skalieren – und das in einem Massenmarkt. Wer entsprechend gut im Online Marketing ist (wie z.B. Rocket/ Samwers, haben sie gerade bei Zalando ehe schon inhouse gemacht…) kann hier dann sehr schnell agieren und skalieren. Zudem kann man rasch viele Ressourcen aus ‘weniger wichtigen’ start-ups abziehen und so sehr schnell wachsen.

Man schaue mal, wie viele Gutscheine für 20-30 EUR teilweise bei Bundesweiten Aktionen über die Theke gehen – das sind einige 1000 – die Deckungsbeiträge kann sich jeder schnell selbst ausrechnen.

Nach dem dritten oder vierten Gutschein für ca. 20 EUR den ein Kunde kauft und nicht einlöst, merkt er dann irgendwann einmal selber, dass es ihm eigentlich nichts bringt, aber bis dieser Lerneffekt eintritt, vergehen locker ein paar Jahre. Und ähnlich bei den Händlern und Restaurantbesitzern – bis die merken, dass eigentlich mit ihren Namen Geschäft gemacht wird und sie den kleinsten Teil abkriegen, vergehen ebenfalls Jahre. Und dann ist das ganze Modell und die Organisation auch schon groß genug, so dass man entsprechend anpassen können wird – also kein Problem für den Entrepreneur und Chapeau an die Gründer auf beiden Seiten des Atlantik!

Hier mal eine kleine Randnotiz zum Sachen CEO und Gründer – es ist schon lustig, dass die sowohl beim übernommenen als auch beim Übernehmer dir “Gründer/ CEO”s” nicht wirklich eine Rolle spielen sondern eher PR Marionetten sind. Von Daniel Glaser als vermeintlicher Citydeal Gründer habe ich in den jüngsten Tagen im Rahmen der Übernahme erst durch die Presse erfahren. Die – nennen wir sie einmal ‘ursprünglichen’ – Citydeal Gründer Albert Schwarzmeier und Sebastian Jost sind bei Citydeal gar nicht mehr an Bord oder beteiligt, seit Samwers die Geschäftsführung übernommen haben. Und wer groupon in Chicago ein wenig kennt, der weiss, dass Andrew Mason ein PR-CEO ist – er trifft keine Entscheidungen, sondern ist im wesentlichen Repräsentant und Aushängeschild. Die wahren Unternehmer und alleinigen strategischen Entscheider hinter Groupon sind Brad Keywell und vor allem der ‘Endgegner’ Eric Lefkowsky. Brad und Eric haben ein Paar Unternehmen gegründet, insgesamt sitzen sie auf 1,4 Mrd. USD Jahresumsatz. Zwei der Unternehmen sind an der Börse gelistet, alles profitabel. Die haben dann natürlich auch die Power und das Standing für entsprechende Finanzierungsrunden.

Naja, wird spannend zu sehen, wie es in dem Markt weitergeht. Ich denke, die einzelnen Player werden weiter stark Gas geben – Citydeal ist vermutlich stark durch Earn Out bzw. Ratchet Regeln incentiviert (Hauptgröße: Umsatz); da wird im ersten Schritt wenig bis kein Cash geflossen sein, lediglich Share Deal. Der ‘Dein Oli’ wird also weiter Action machen.

Und der andere ‘Dein Oli, gemeinsam machen wir xyz groß!’ samt Klaus werden ebenfalls auf die Tube drücken – sowohl in DE als auch international. Dafür haben sie schon zu viel investiert bzw. Geld reingeholt. Und ich wette, demnächst dann auch mit vollem Einbehalt der nicht eingelösten Gutscheine – haha & kein Problem, ich helfe gerne ;)

Uodate: Zwischenzeitlich hat Gründerszene zu Massenentlassungen bei CityDeal berichtet

Neo Rauch ist ql

Neo Rauch ist wohl der am meisten ‘gehypte’ aktuelle Künstler. Bislang hatte ich – trotz “Leipziger Hintergrund” – noch nicht besonders viel von ihm wahrgenommen. Diese Tage ist in Leipzig’s Museum der Bildenden Künste eine Ausstellung seines Krams und ich habe mal einen Blick riskiert. Kurzes Fazit: yepp, hat was. Und seinen Ruhm zurecht. Bilder sind oft ästhetisch, immer rätselhaft genug, als dass der Kunstexperte seinem quatschbedürfniss nachkommen kann und der Laie Anspruch konstatieren darf. Eindrucksvoll genug, um den Sammler optisch zu befriedigen – über die inzwischen entstandene Marke ohnehin. Im wesentlichen erzählt Neo kleine persönliche Geschichten, Eindrücke, Meinungen und verarbeitet Assoziationsketten bildhaft. Und das mit gekonnter Malerei-Technik und auf entsprechender Fläche=Wirkung. Thumbs up. Mein Favorit ist übrigens “der Aufstand” – sehr banale pathetisch verpackte guten-morgen-geschichte mit einer Hommage an die Biologie :)
p.s.: ja, dass ist der Beginn meiner Kunstkritiker-Karierre!

aufstand

aufstand

Eine Polnische Tragödie – die letzte Ehre für einen (wahrscheinlichen) Massenmörder und ein Blick nach Katyn

Die wahre polnische Tragödie ist nicht der Tod des Präsidenten. Er war ein Rechtspopulist und hatte im Volk zuletzt noch 20% Zustimmungswerte (siehe auch Reuters). Die Tragödie ist vielmehr, dass der Präsident höchstwahrscheinlich alle anderen Passagiere in den Tod gerissen hat, indem er darauf bestand, bei dichtem Nebel auf einem geschlossenen Flughafen zu landen. Nach mehreren abgebrochenen Landeversuchen.

Der durchgeknallte Nationalist hatte in der Vergangenheit schon mehrfach ähnliches getan. Gut dokumentiert ist ein Zwischenfall während des Georgien-Krieges. Da wollte der Präsident in Tiflis landen, der Pilot hat sich geweigert. Der Präsident hat ihn dann während des Fluges drangsaliert über Telefonate mit Generälen, etc. Der junge Pilot blieb standhaft und wurde nach dem Vorfall dafür dekoriert – zurecht (siehe auch hier in den New York Times Europe (NYTE)).

Die Tragödie ist, dass für das polnische Volk im Augenblick dieses Unfalls es plötzlich nicht mehr der Verrückte war, der da umgekommen ist, sondern die ROLLE Präsident. Und das nahe des Geschichtsträchtigen Katyn. Da kochen Emotionen. Plötzlich sind alle toten Helden, allen voran der Präsident, der höchstwahrscheinlich das Leben von 100 Menschen riskiert und verloren hat, um aus persönlichen Motiven, aus persönlicher Eitelkeit, rechtzeitig zu einer PRIVATEN Trauerfeier zu kommen.

Nun soll der Präsident im Krakauer Wawel begraben werden. Einer Jahrhundertalten Burg, in der viele polnische Könige ihre letzte Ruhestätte haben. Aaaaargh! Eine Tragödie. Liebe deutschen Nachbarn, liebe Frau Merkel, dear Guido, helft uns, dass zu verhindern! Ruft eure polnischen Politik-Buddies an, von denen zweifelsohne viele die Situation durchschauen und stärkt ihnen den Rücken! Äußert euch öffentlich! Und vor allem: bringt den russischen Leiter der Untersuchungskommission (ein gewisser ex-KGB’ler namens V. Putin) des Vorfalls endlich dazu, die Aufzeichnungen aus den Black Box zu offenbaren! Das Flugzeug hatte drei Boxen. Die wurden schnell gefunden (siehe auch wieder NYTE). Die Auswertung dauert vielleicht einen Tag. Neben der Korrespondenz mit dem Tower ist da auch aufschlussreiche Korrespondenz im Cockpit. Das spart uns jegliche Mutmaßungen. Wenn ich unrecht habe, dann begrabt ihn meinetwegen im Wawel wenn ihr unbedingt müsst. Aber nutzt vorher alle Informationen, die zur Verfügung stehen!

Jeder Pilot weiss, dass man nicht mehr als 2x einen Landeversuch unternimmt. Es gibt dazu a.) internationale Regeln und b.) ist das nichts formales, sondern der Druck und Nervosität sind einfach zu hoch. Wenn man keinen Sprit hat, um irgendwo anders hin zu kommen, riskiert man sicher einen dritten Versuch. Aber nicht – wie im vorliegenden Fall – ohne Existenzielle Not einen vierten (!) (siehe z.B. The Guardian). Selbst wenn die mehreren Landeversuche nicht stimmen sollten – entsprechende Augenzeugenberichte wurden später von russischen Ofiziellen dementiert (Siehe z.B. News 24) – war der Flughafen in jedem Fall geschlossen.

So schwer die persönliche Tragödie für die Angehörigen der Toten auch ist, der objektive Verlust an kompetenter Führung für das polnische Volk hält sich in Grenzen. So makaber es auch sein mag, vermutlich gibt es objektiv auch Vorteile (again, das waren Rechtspopulisten – sicher wünscht man diesen nicht den Tod, aber sachlich muss man den Verlust der vermeintlichen ‘polnischen Elite’ dann doch ein wenig relativieren…). Zumindest meine Trauer gilt da (im wesentlichen) nicht den ‘beruflichen’ Ansichten und Funktionen der umgekommenen, sondern ist auf rein menschlicher Ebene.

Eine “Seitenbemerkung” zu dem Vorfall ist Katyn. Hier darf man das wesentliche nicht vergessen. In den deutschen Medien habe ich in den letzten Tagen oft den Satz gelesen oder in der Tagesschau gehört, dass in Katyn ‘polnische Offiziere von Russen ermordet’ wurden. Ja, das stimmt. Aber hört sich harmloser an, als es ist. Es war eine stalinistische Säuberungsaktion unter sehr aktiver Beihilfe durch die deutschen. Es wurden 22.000 polnische Offiziere und Funktionäre ermordet. Neben 8.000 Militärs waren das Staatsanwälte, Professoren, Ärzte, Geistliche etc. (siehe z.B. Wikipedia). 22.000. Man stelle sich mal vor, was dass heisst. Stellen sie sich vor, die sagen wir mal 20 oder 50 bekanntesten Lokalpolitiker/ Funktionäre/ Lehrer/ Professoren, Ärzte etc. aus ihrer kleinen Heimatstadt sind plötzlich weg. Gezielt ausgesucht. Sie wurden teilweise zu Kundgebungen durch die Invasoren geladen. Und auf der Kundgebung hat man ihnen Kundgegeben, dass sie verhaftet sind. Wurden gleich mitgenommen. In Güterzügen über die Weissrussische Grenze nach Katyn transportiert. Dort effizient erschossen und verscharrt. Ein russisches Verbrechen mit Beihilfe der Nazis. Das ist die wahre Tragödie. Sie lässt sich nicht mehr Rückgängig machen. Lediglich Ehren (Frau Steinbach, ich bin sicher, sie sind mit den Details vertraut?). Als Einstieg empfehle ich den Spielfilm ‘Katyn’ – mit wenigen Mausklicks bei Amazon beziehbar.

Google-CEO und TEV-Partner: “Zeitungen und Internet sind unersetzlich”

Heute morgen gab es auf Meedia einen sonder-NL mit einem Zitat von Eric Schmidt, Google CEO. Aus irgendeinem Grund ging der Newlsetter aber fehlerhaft und unvollständig raus, nur ganz wenige haben die ganze Nachricht bekommen. Ich konnte zum Glück einen Screenshot machen, hier die volle Nachricht:

meedia-google1

Bertelsmann und ‘increasing activities in digital media’

Lese gerade im economist (the world this week – fasst alles ‘wichtige’ der aktuellen Woche auf zwei Seiten zusammen):

“Bertelsmann posted its first yearly net loss in three decades. Along with others in the industry the German media conglomerate, Europe’s biggest, suffered from a sharp fall in advertising revenue, though it expects to return to growth this year by increasing its activities in digital media.”

Hmmm. Irgendwie sehe ich weder Bertelsmann oder deren Töchter so wirklich im Bereich digital media. Ich habe keine Ahnung, was die da increasen wollen noch in diesem Jahr. Das letzte was ich gesehen habe war scoyo – eine Katastrophe… ein Lehrstück, wie corporate Innovationsmangement leider allzuoft als Millionengrab endet. Und dass Leute kommen und gehen bei Gruner und Jahr. Ich mag falsch liegen, aber in meiner Wahrnehmung ist Bertelsmann superweit zurück hinter anderen Medienhäusern in Deutschland (Holtzbrinck, Burda, Springer sowieso… selbst die regionalen sind hier deutlich weiter).

Ich stelle mir Bertelsmann so vor: RTL macht viel Geld, Buchclub auch noch, aber das wird sich bald ändern. Arvato macht Geld behind the scenes, alles andere verliert und frisst die Gewinne wieder auf. Und vor allem im Bereich Innovation oder Digital Media sehe ich nixx. Und da Buchclub und RTL Industrien sind, die Innovation brauchen, sehe ich schwarz – von den Print Titeln mal ganz zu schweigen. Kaum sichtbare Venture-Aktivitäten, keine signifikanten M&A Deals, keine erfolgreichen Innovationen, nichts. Vielleicht kriege ich es aber auch nicht mit, weil Bertelsmann als global Player das alles irgendwo ausserhalb Deutschlands macht? Oder zwar in Deutschland aber in Gütersloh-Pampa, und eigentlich ist alles super, nur wenn man wie ich das Manager Magazin nicht liest kriegt man’s nicht mit?

Also, ich bin kein Bertelsmann Experte und schreibe das hier spontan ohne Recherchen… ich finde es aber schon erstaunlich, wie das Unternehmen offenbar an einem signifikanten Teil der deutschen Internet-Unternehmer Szene vorbei wirkt.

Wenn mein Eindruck stimmt, ist das irgendwie traurig. Ist doch schade, dass ein solcher biggie hier untergeht. Brauche ich auch im eigenen Interesse, schliesslich muss ja jemand unsere Start Ups kaufen! ;)   – zumindest bis wir stark genug sind oder genug Glück haben, dass wir nicht mehr zu verkaufen brauchen ;) Ernstahft, es wäre nicht schön, wenn alle großen Medienfirmen immer nur in den USA sind (in Frankreich gibt’s auch noch eine große, sind aber Franzosen ;)

Mich würde interessieren, wie die anderen darüber denken/ welche infos sie haben. Maybe I miss something.

Aber derzeit wirkt es für mich wie

Der schleichende Verfall eines deutschen Medienriesen – Bertelsmann, ein Trauerfall

Erinnert mich irgendwie an Opel (‘Neue Autos für frisches denken’ – oder wie war der claim? Jetzt ist er ‘Wir leben Autos’ – haha) sowie an Arcandor.
Will see.

Die Sache mit dem Gutmenschentum

Einige Zeit ist nun seit meinem Post über soziales Engagement vergangen (“es geht um die Note“).

Ich für meinen Teil habe mich in der Zwischenzeit nicht wirklich sozial engagiert und bin auch über nichts gestolpert, was mich wirklich begeistert hätte.

Heute hatte ich aber zwei Gespräche in die Richtung, welche das Thema wieder auf den Plan rufen. Das eine war mit Paula von http://www.laurelscookies.com/ und das andere mit jemandem, der sich aus ‘we want to change the world’ Gesprächen im Rahmen einer Konferenz ausgeklinkt hat (weiss nicht, ob der genannt werden will).

Wie auch immer, ich bin derzeit beschäftigt mit dem Aufbau von Team Europe Ventures und da geht viel Zeit rein – die ‘schulde’ ich auch meinem Team und meinem Portfolio. Also verfolge ich daneben nichts aktiv. Habe aber meine Augen offen.

In – wirklich sehr bescheidenen Umfang – unterstütze ich ab und an Steps4Children. Das Projekt finde ich von der Umsetzung sehr gut. An der Spitze steht ein erfahrener Unternehmer und das ganze ist recht nachhaltig und unternehmerisch/ skalierbar ausgelegt. Aber Afrika ist nicht wirklich mein Thema, ich habe da wenig Bezug. Und mir zu wenig Gedanken gemacht, um zu entscheiden, ob das der wichtigste Hebel in meinem Wertesystem ist, an dem man ansetzen kann.

Weiter habe ich Dagmar Quentin kennen gelernt. Sie macht ‘Cinema Jenin‘, ein Projekt in Palästina mit dem Ziel, Begegnungen zu schaffen zwischen Israelis und Palästinensern. Hat mir auch gefallen – wenn auch nicht unbedingt skalierbar, so doch dennoch inspirierend und schön. Aber auch hier, kein wirklicher Bezug.

Dann gibt es noch in meinem Umfeld die Noah Foundation (Gruß an Helen und David!), hier ist das Thema Madagaskar/ Afrika. Ich habe mich nicht tiefer damit auseinandergesetzt, ähnliche Zielsetzung wie Steps4Children, aber zumindest auf den oberflächlichen Blick weniger ausgeklügelt als Steps4Children (macht doch lieber ein s4c franchise!).

Überhaupt denke ich, dass es zu viele verschiedene Projekte gibt. Die Frau eines Mitarbeiters bei einem meiner Portfolio Unternehmen will z.B. auch auf eigene Faust Education Projekte in Afrika machen/ eine neue NGO gründen. So etwas erweckt bei mir immer den Eindruck, als denken die Leute eigentlich doch eher an sich und wollen sich produzieren/ kreativ sein und nicht wirklich helfen. Sonst würden sie sich bestehende Projekte suchen. Jedem, der sich in Afrika engagieren will, empfehle ich Steps4Children! Neulich hatte ich einen besonders anmaßenden Fall, ein Paar BWL Studenten wollten – recht offensichtlich für ihren CV – Beratung und Projektmanagement in Afrika machen. Die simple Idee: wir haben ja BWL know how, die Afrikaner können das nicht, also gehen wir hin und machen Projektmanagement für die und Beratung. Brrrrr, schrecklich.

Ach ja, dank Rene Seifert habe ich auch ungefähr einen halben Laptop (vermutlich eher ein viertel) gespendet.

Nun, was liegt mir – ausser Unternehmertum – nahe? Zum einen habe ich ein simples philosophisches Wertesystem. GDP ist schön und gut, viel schöner ist aber Wissen und Erkenntnis (am Ende müssen wir die Entropie mehren! Ist halt so.). Um Erkentniss zu mehren, brauchen wir Erziehung/ Bildung. Bildung ist gut, fördert den Wissensausstoss. Und nebenbei sorgt es auch für Wohlstand und tendenziell Glück (obwohl Glück und Wohlstand nur bedingt korreliert sind). Also, mit Bildung kann man nicht viel falsch machen.

In meinem persönlichen Hintergrund (Immigrant mit 8 Jahren aus Polen) spielt Integration eine wichtige Rolle. Ich hatte hier ziemlich Glück und wurde super integriert – nicht zuletzt durch das Engagement von einzelnen spezifischen Personen. Beispiel: Ich war der einzige nicht-deutsch sprechende in meiner Grundschulklasse – praktisch.

Nun, der Hebel ist da am größten, wo das Gefälle zwischen Potential und Realität am höchsten ist. Wenn ich das Leben von einigen Personen so positiv beeinflussen könnte, wie es einst für mich die engagierten Leute in Kassel getaen haben, wäre das schön (btw., meine Kassler Helfer waren CDU Stammwähler! Und auch ein Paar Lehrer, von denen ich viel verdanke, z.B. doch nicht von der Schule zu fliegen – gruß an Kappe ;) . Und das Potentialgefälle ist sicher bei Migrationshintergründen am höchsten. Da hört man gerade in Berlin so manche Horrorstory. Wenn ich einmal aktiv werden sollte, dann ist das eine potentielle Richtung. In der Zwischenzeit halte ich die Augen offen, ob es etwas cooles – inspirierendes oder skalierbares und in jedem fall mit chemisch kompatiblen Leuten – in diese Richtung gibt.

So, genug Gutmenschentum, back to the rat-race & schönen Abend! ;)

Über Datenschutz und Innovation – mein erster Gastbeitrag auf The European

Gemeinsam mit Alexander Görlach haben wir (=Team Europe Ventures) letzen Herbst das Autoren- und Debattenmagazin ‘The European‘ gestartet (siehe auch älterer post).

Nunmehr bin ich dort auch als Autor aktiv und gestern wurde mein erster Beitrag veröffentlicht – sehr schön, und gibt gleich ein wenig Debatte (siehe dortige Kommentare), so soll es sein :)

Verkürzt sagt der Artikel: im Rahmen der Datenschutzdebatte keine politisch-populistischen Scheindiskussionen führen, welche nebenbei auch noch Innovation Steine in den Weg legen, sondern sich dem Kern der Probleme annehmen – konstruktiv sein statt destruktiv. Proaktiv statt blockierend.

p.s.: liebe The Euroepan Schlussredaktion, vielen Dank für das Bereinigen der Rechtschreibfehler in meinem Artikel! Aber: warum ist eigenlich euer ‘wer zum Henker ist’ besser als mein Original ‘Who the f**k ist’? Künstler reagieren hier gaaaanz sensibel ;)

home sweet home

Die Wahrscheinlichkeit, im vereisten Berlin beim Gehen auszurutschen und hinzufallen ist diese Tage recht hoch. Ich denke, diese Erfahrung werden einige gemacht haben. Die Wahrscheinlichkeit, sich dabei ein Bein zu brechen, ist hingegen glücklicherweise sehr gering. Sehr gering heisst aber dennoch > 0.

Nachdem ich seit Samstag Nachmittag das Klinikum Friedrichshain näher kennen lernen durfte, hiesst es nun – home sweet home. Ein hoch auf die westliche Gesundheitsinfrastruktur!  Vielen dank an die ca. 20-30 Pfleger, Ärzte, Bettenschieber etc. die sich um mich gekümmert haben! Vielen Dank, an den Passanten der den Krankenwagen für mich gerufen und mich mit Decken versorgt hat! Vielen Dank an dir Krankenwagenfahrer, welche in rekordverdächiger Zeit am Ort waren (ich denke das waren 3 Minuten… o.k., vielleicht auch  5…, schon cool!). Vielen Dank an Steffen, der mir Montag früh parallel zu diversen Vertragsverhandlungen mein neues MacBook ans Bett geliefert und eingerichtet hat :)

Ernsthaft, ein Beinbruch ist in gewissem Sinn ‘kein Beinbruch’, aber auch nicht das allerschönste was einem passieren kann (Vollnarkose und so). Es ist ein gutes Gefühl, das Menschen da sind, die sich um einen sorgen – sei es die Profis aber auch die Familie und das Soziale Umfeld per sms, Mail, Telefon, Besuch, etc. Also noch einmal ernstgemeiner Dank!
Einziger Wermutstropfen: warum muss ich 5 Wochen Krücken haben und die Kollegen vom Fussball dürfen schon zwei bis drei wochen nach ihren Brüchen wieder auf’s Feld? Ich rieche Ungerechtigkeit… die Welt braucht uns… wir sind hier, um sie zu gestalten… ;)

Von innovativen Helden-VC’s

Also, da sag mal einer, VC’s wären nicht kreativ oder innovativ… ganz im Gegenteil! Wie auch folgender Comic-Strip vom französischen (aber auch in DE aktiven) VC Partech zeigt. Nicht nur kreativ-innovativ, sondern auch ein wenig heldenhaft. Irgendwie mutig. Bin gespannt auf die Fortsetzung!

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