Karriere - oder so….
Ein Mädchen. Aus gutem Hause (bürgerlich), wohlerzogen, gutes Gedächtniss. Nicht besonders intelligent, nicht besonders interessiert, auch nicht übermäßig hübsch. In der Schule immer lieb geschaut und pünktlich gewesen, bei den Lehrern guten Ruf, entsprechend ordentliche Noten. Abi, fast schon beliebige LK’s (naja, sicher kein Physik und eher kein Mathe). Was nun? Studieren. Macht man so, ist irgendwie so. Aber was? Kurz überlegen, noch einmal kurz überlegen, was fällt am wenigsten auf, was ist am vielseitigsten, was am unverbindlichsten?
am 21. Juli 2009 um 00:03 Uhr.
Na, was schon? Quantenphysik natürlich. Supernoten. Im 7. Semester dann allerdings schwanger von einem DJ, bald danach Single, Kellnerin in der Bar1000. Mit einem Lobbyisten, der nach einem parlamentarischen Abend besoffen am Tresen sitzt, über Politik gequatscht, findet das ganz spannend. Liest Faz, Sz, Cicero. Praktikum im ZDF-Hauptstadtbüro, Volontariat bei der “Welt”, wird nicht übernommen, freie Mitarbeiterin bei einem neuen Onlinemagazin, reicht nicht zum Leben, kein Geld für Babysitter. Wieder hinterm Tresen, hört dort von einem Pressefuzzi der SPD, dass Müntes neue Freundin schwanger ist, verkauft die Story an die Bunte, die aber nichts druckt, weil der Burdachef nicht riskieren will, dass er keine Einladung mehr ins Bundeskanzleramt kriegt, hackt den Text in einen Blog, wird berühmt, bekommt Angebot von Bild, hat aber Schnauze voll von Print, will lieber online schreiben, landet aber in der Vermarktung, verdient sich dumm und dämlich an den Werbeprovisionen, die ein sagenhafter Onlineboom nach der Bundestagswahl auf ihr Konto spült, trifft ihren DJ wieder, kauft ihm einen Aston Martin, investiert den Rest in einen Bioladen, der pleite geht. DJ haut wieder ab, nimmt das Auto mit. Fährt nach Hause zu Mutti, sitzt am Küchentisch und sagt: hätte ich doch nur BWL studiert.
am 4. Dezember 2009 um 11:16 Uhr.
Hallo Marcus Johst,
einer der besten Kommentare, die ich je zu lesen die Ehre hatte.
Chapeau!
am 14. Januar 2010 um 12:51 Uhr.
Klasse, einfach nur klasse,
der einleitende Artikel von Lukasz gab schon zu denken und der Abschluss von Marcus setze noch eins drauf!
Leider sieht die Realität wirklich so…Abitur mit 1,0 und danach Frisöse und nen Kind…uih jui jui…alles schon erlebt.
Ich zähle dann immer noch auf BWL
Gruß
Thomas
am 22. Februar 2010 um 19:47 Uhr.
Oder doch was auffällt, was am vielseitigsten ist, was am verbindlichsten, wie Ingenieurwissenschaften!!!!
Olè
Tim
am 4. April 2010 um 16:25 Uhr.
Ein Junge. Junge, Junge.
Raucht früh auf Lunge.
Denkt an seinem Schreibtisch sich die Welt,
wie s viele reden und ihm gefällt.
Passt in die Lade alles rein,
ist s fein, Ordnung muss sein.
Das Leben könnt so einfach sein,
denkt er, wieso seht ihr s nicht ein.
Und seine Frau nimmts müde hin,
sie hat einen Mann gefunden, ohne Sinn
für das Geraschel im Papierkorb.