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Saul Klein über Seedcamp und Start Up’s in Europa

In einem ausführlichen Beitrag auf seinem Blog resümiert Saul Klein über die letzten drei Jahre Seedcamp sowie die Entwicklung und Perspektiven der Start Up Szene in Europa.

Ich habe das Seedcamp über die letzten Jahre verfolgt und war auf zwei der drei Hauptveranstaltungen in London als Mentor sowie auf einigen Mini-Seedcamps (ähnlich auch Kolja und Pawel).

Seedcamp ist ein aussergewöhnliches Unternehmen und – mag es auch etwas überzogen klingen – leistet tatsächlich unschätzbares für den Auf- und Ausbau der europäischen Tech-Unternehmer Szene.

Jungen Unternehmen bzw. Unternehmern wird ein hervorragendes Netzwerk geboten. Der Besuch der Hauptveranstaltungen lohnt sich meines erachtens in jedem Fall – egal ob man als Start-Up ‘gewinnt’ oder nicht. Es sind viele sehr erfahrene und erfolgreiche Macher der Szene vor Ort – und zwar europaweit, insbesondere also auch UK Unternehmer und solche aus den nordischen Staaten – diese lernt man in Deutschland oft gar nicht kennen, obwohl sie in dem Markt führend sind. Nicht davon zu reden, dass viele der Mentoren gleichzeitig auch hochkarätige Investoren sind. Und die Sessions sind so ausgelegt, dass man sich mit den Perosnen auch intensiv austauschen und gegenseitig kennen lernen kann. Ich empfehle die Teilnahme wirklich wirklich jedem Start Up!

Auch aus Investorensicht lohnt sich das ganze meines erachtens. Zum einen sind die Start Ups und die Gründer teilweise interessant (obwohl die Qualität sicher noch ausbaufähig ist) und auf der anderen Seite ist es auch eine gute Veranstaltung um selbst zu netzwerken (ich kombiniere es zudem immer mit anderen Terminen in London).

Dem Seedcamp fehlt aber noch etwas zum entgültigen Erfolg: eine plakative, durchschlagende, PR-affine Erfolgsstory. Diese gibt es bei kanpp 20 getätigten Investments noch nicht. Betonung dabei auf noch, ca. 1/3 der Investments sind erst drei Monate alt – da kann also noch einiges passieren. Ich bin mir zum einen sicher, dass eine solche Erfolgsstory zum einen nur eine Frage der Zeit ist, und dass das Seedcamp dadurch einen signifikanten Schub kriegen wird.

Aber auch ohne plaktives entwickelt es sich stetig voran. So war das Feeback für die teilnehmenden Unternehmen der Hauptveranstaltung in 2008 insgesamt recht durchwachsen. In 2009 war es schon positiver, die Unternehmen sind besser geworden. Und ich glaube, dass sie nächstes Jahr wieder besser werden, weil es sich unter den Unternehmern einfach rumsrpicht, welche Top Kontakte man machen kann. Qualität spricht sich rum (gerade unter guten Leuten), bessere Unternehmen kommen, dadurch kommen bessere Mentoren, usw. – eine Positivspirale nimmt so ihren Lauf.

Das einzige, was mir etwas negativ aufgefallen ist: in 2009 gab es etwas zu viele Mentoren und ehemalige Teilnehmer des Seedcamps werden bereits ein Jahr später als Mentoren eingesetzt. Auf der einen Seite cool, weil so das Netzwerk größer ist, auf der anderen Seite verwässert es etwas die Qualität des ganzen, da so leicht passieren kann, dass der der gementort wird seinem Mentor eigenlich mehr erzählen könnte… ich hoffe, dass die Macher da etwas gegenlenken.

Wie Saul in seinem Artikel richtig bemerkt, brauchen die Dinge ihre Zeit. Die Valley Szene ist ca. 50 Jahre alt, europäisches VC Backed Tech-Entrepreneurship erst ca. 15. Und einzelne Unternehmen brauchen in der Regel 5-10 Jahre um sehr erfolgreich zu werden – so auch das Seedcamp. Wenn die Jungs so weiter machen, bin ich sicher, dass es sehr erfolgreich werden wird und weiter unschätzbare Dienste leistet – und die erste Bilderbuchstory ist nur eine Frage der Zeit…

Soziale Netzwerke sind Durch

Immer öfter höre ich in Gesprächen, dass das Thema Soziale Netzwerke ‚Durch‘ sei. Mit anderen Worten, das Feld ist schon verteilt, Innovationen kann man nicht erwarten, aus Unternehmerperspektive nichts gründen und aus Investorenperspektive nicht investieren.

Wenn ich z.B. Investoren frage, welche Felder sie interessant finden, tauchen soziale Netzwerke oft auf der Negativliste auf. „Social nets machen wir nicht, wir brauchen was mit Umsatz z.B. E-Commerce“.

Für mich sind solche Situationen an sich schon interessant, weil ich Chancen für antizyklisches Handeln sehe. Ich glaube nicht, das im Bereich Soziale Netze schon alles erfunden worden ist, was man erfinden kann. Und wenn es gerade kein Hype ist, dann gibt es auch viel weniger Lärm/ Rauschen (‚Noise‘) in dem Bereich. Also gerade dann lohnend, sich mit dem Thema auseinander zu setzen – sei es als Unternehmer oder als Investor.

Im Bereich “Aggregieren von Sozialen Netzen” habe ich z.B. noch nichts gesehen, glaube aber, dass es ein großes Feld werden wird. Viele haben da auch schon darüber nachgedacht, aber noch niemand hat es geknackt…



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