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Eine Polnische Tragödie – die letzte Ehre für einen (wahrscheinlichen) Massenmörder und ein Blick nach Katyn

Die wahre polnische Tragödie ist nicht der Tod des Präsidenten. Er war ein Rechtspopulist und hatte im Volk zuletzt noch 20% Zustimmungswerte (siehe auch Reuters). Die Tragödie ist vielmehr, dass der Präsident höchstwahrscheinlich alle anderen Passagiere in den Tod gerissen hat, indem er darauf bestand, bei dichtem Nebel auf einem geschlossenen Flughafen zu landen. Nach mehreren abgebrochenen Landeversuchen.

Der durchgeknallte Nationalist hatte in der Vergangenheit schon mehrfach ähnliches getan. Gut dokumentiert ist ein Zwischenfall während des Georgien-Krieges. Da wollte der Präsident in Tiflis landen, der Pilot hat sich geweigert. Der Präsident hat ihn dann während des Fluges drangsaliert über Telefonate mit Generälen, etc. Der junge Pilot blieb standhaft und wurde nach dem Vorfall dafür dekoriert – zurecht (siehe auch hier in den New York Times Europe (NYTE)).

Die Tragödie ist, dass für das polnische Volk im Augenblick dieses Unfalls es plötzlich nicht mehr der Verrückte war, der da umgekommen ist, sondern die ROLLE Präsident. Und das nahe des Geschichtsträchtigen Katyn. Da kochen Emotionen. Plötzlich sind alle toten Helden, allen voran der Präsident, der höchstwahrscheinlich das Leben von 100 Menschen riskiert und verloren hat, um aus persönlichen Motiven, aus persönlicher Eitelkeit, rechtzeitig zu einer PRIVATEN Trauerfeier zu kommen.

Nun soll der Präsident im Krakauer Wawel begraben werden. Einer Jahrhundertalten Burg, in der viele polnische Könige ihre letzte Ruhestätte haben. Aaaaargh! Eine Tragödie. Liebe deutschen Nachbarn, liebe Frau Merkel, dear Guido, helft uns, dass zu verhindern! Ruft eure polnischen Politik-Buddies an, von denen zweifelsohne viele die Situation durchschauen und stärkt ihnen den Rücken! Äußert euch öffentlich! Und vor allem: bringt den russischen Leiter der Untersuchungskommission (ein gewisser ex-KGB’ler namens V. Putin) des Vorfalls endlich dazu, die Aufzeichnungen aus den Black Box zu offenbaren! Das Flugzeug hatte drei Boxen. Die wurden schnell gefunden (siehe auch wieder NYTE). Die Auswertung dauert vielleicht einen Tag. Neben der Korrespondenz mit dem Tower ist da auch aufschlussreiche Korrespondenz im Cockpit. Das spart uns jegliche Mutmaßungen. Wenn ich unrecht habe, dann begrabt ihn meinetwegen im Wawel wenn ihr unbedingt müsst. Aber nutzt vorher alle Informationen, die zur Verfügung stehen!

Jeder Pilot weiss, dass man nicht mehr als 2x einen Landeversuch unternimmt. Es gibt dazu a.) internationale Regeln und b.) ist das nichts formales, sondern der Druck und Nervosität sind einfach zu hoch. Wenn man keinen Sprit hat, um irgendwo anders hin zu kommen, riskiert man sicher einen dritten Versuch. Aber nicht – wie im vorliegenden Fall – ohne Existenzielle Not einen vierten (!) (siehe z.B. The Guardian). Selbst wenn die mehreren Landeversuche nicht stimmen sollten – entsprechende Augenzeugenberichte wurden später von russischen Ofiziellen dementiert (Siehe z.B. News 24) – war der Flughafen in jedem Fall geschlossen.

So schwer die persönliche Tragödie für die Angehörigen der Toten auch ist, der objektive Verlust an kompetenter Führung für das polnische Volk hält sich in Grenzen. So makaber es auch sein mag, vermutlich gibt es objektiv auch Vorteile (again, das waren Rechtspopulisten – sicher wünscht man diesen nicht den Tod, aber sachlich muss man den Verlust der vermeintlichen ‘polnischen Elite’ dann doch ein wenig relativieren…). Zumindest meine Trauer gilt da (im wesentlichen) nicht den ‘beruflichen’ Ansichten und Funktionen der umgekommenen, sondern ist auf rein menschlicher Ebene.

Eine “Seitenbemerkung” zu dem Vorfall ist Katyn. Hier darf man das wesentliche nicht vergessen. In den deutschen Medien habe ich in den letzten Tagen oft den Satz gelesen oder in der Tagesschau gehört, dass in Katyn ‘polnische Offiziere von Russen ermordet’ wurden. Ja, das stimmt. Aber hört sich harmloser an, als es ist. Es war eine stalinistische Säuberungsaktion unter sehr aktiver Beihilfe durch die deutschen. Es wurden 22.000 polnische Offiziere und Funktionäre ermordet. Neben 8.000 Militärs waren das Staatsanwälte, Professoren, Ärzte, Geistliche etc. (siehe z.B. Wikipedia). 22.000. Man stelle sich mal vor, was dass heisst. Stellen sie sich vor, die sagen wir mal 20 oder 50 bekanntesten Lokalpolitiker/ Funktionäre/ Lehrer/ Professoren, Ärzte etc. aus ihrer kleinen Heimatstadt sind plötzlich weg. Gezielt ausgesucht. Sie wurden teilweise zu Kundgebungen durch die Invasoren geladen. Und auf der Kundgebung hat man ihnen Kundgegeben, dass sie verhaftet sind. Wurden gleich mitgenommen. In Güterzügen über die Weissrussische Grenze nach Katyn transportiert. Dort effizient erschossen und verscharrt. Ein russisches Verbrechen mit Beihilfe der Nazis. Das ist die wahre Tragödie. Sie lässt sich nicht mehr Rückgängig machen. Lediglich Ehren (Frau Steinbach, ich bin sicher, sie sind mit den Details vertraut?). Als Einstieg empfehle ich den Spielfilm ‘Katyn’ – mit wenigen Mausklicks bei Amazon beziehbar.

Google-CEO und TEV-Partner: “Zeitungen und Internet sind unersetzlich”

Heute morgen gab es auf Meedia einen sonder-NL mit einem Zitat von Eric Schmidt, Google CEO. Aus irgendeinem Grund ging der Newlsetter aber fehlerhaft und unvollständig raus, nur ganz wenige haben die ganze Nachricht bekommen. Ich konnte zum Glück einen Screenshot machen, hier die volle Nachricht:

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